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Kat. #BO-6710  ·  B-NOTE
Ausgaben & Preise
Saint-Saëns, Camille

Der Karneval der Tiere

Große zoologische Fantasie
B-Note sagt:„Saint-Saëns hielt den Karneval der Tiere zeitlebens zurück – die Große zoologische Fantasie erschien erst nach seinem Tod.“
Opus
R.125
Entstehung
1886
Dauer
ca. 36:00 min
Erstverlag
1922, Durand, Paris
Kombinierbar mit i Kombinierbar mit Diese Reprint-Ausgabe beruht auf derselben editorischen Quelle wie die hier genannten Ausgaben. Daher lassen sich die Materialien miteinander kombinieren.
Kalmus 06542
Orchesterbesetzung
1D1.0.1.0 / 0.0.0.0 / 1 perc, harm, str, 2 solo pf i
Holzbläser
Flöten1D1
Oboen0
Klarinetten1
Fagotte0
Blechbläser
Hörner0
Trompeten0
Posaunen0
Tuba0
Außerdem 1 perc 1 × Schlagwerk · harm Harmonium · str Streicher · 2 solo pf
d = Wechsel, z. B. 2d1: einer der zwei Spieler übernimmt auch das Nebeninstrument
Orchester
Großes Orchester
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Camille Saint-Saëns schuf seinen „Karneval der Tiere“ im Jahr 1886 – ein Werk, das er selbst zeitlebens nicht zur Veröffentlichung freigab und das erst nach seinem Tod an die Öffentlichkeit gelangte. Die „Große zoologische Fantasie" steht damit etwas abseits seines offiziellen Schaffens, spiegelt jedoch exemplarisch seine kompositorische Meisterschaft und seinen subtilen Humor wider.

Klanglich bewegt sich das Werk im Umfeld der französischen Spätromantik, die Saint-Saëns als einer ihrer zentralen Vertreter mitprägte. Die Musik ist von sprühender Eleganz, feinem Witz und einer klanglichen Leichtigkeit gekennzeichnet, die das Große Orchester mit kammermusikalischer Transparenz behandelt. Pointierte Rhythmik, geschickte Instrumentation und geistvolle Anspielungen auf Werke anderer Komponisten verleihen dem Stück eine ironische Doppelbödigkeit, die weit über bloße Unterhaltung hinausgeht.

In seiner Verbindung aus Esprit, handwerklicher Präzision und spielerischer Freiheit ist der „Karneval der Tiere“ charakteristisch für die französische Orchestertradition des ausgehenden 19. Jahrhunderts – einer Epoche, in der Komponisten wie Saint-Saëns dem deutschen Gewicht der Symphonik eine elegante, formklare und geistreich-pointierte Tonsprache entgegensetzten.

„Ich habe „Den Karneval der Tiere" für mich selbst und für meine Freunde geschrieben, nicht für die Öffentlichkeit. Er würde meinem Ruf als ernsthafter Komponist schaden.“
— Saint-Saëns, zitiert in: Michael Stegemann, „Camille Saint-Saëns und das französische Solokonzert", Franz Steiner Verlag 1984; sinngemäß auch belegt in Stephen Studd, „Saint-Saëns: A Critical Biography", Cygnus Arts 1999.
Datum
9. März 1886
Ort
Paris, Hôtel particulier von Charles Pauline (Salon von Princesse Mathilde)
Dirigent
Camille Saint-Saëns
Orchester
Kammerensemble (u. a. mit dem Cellisten Charles Lebouc und dem Pianisten Louis Diémer)
Saint-Saëns komponierte „Der Karneval der Tiere" im Februar 1886 in nur wenigen Wochen als musikalischen Scherz für eine private Aufführung im Kreise befreundeter Musiker am Rosenmontag-Abend (Mardi Gras). Er hielt das Werk zeitlebens zurück und untersagte zu seinen Lebzeiten jede öffentliche Aufführung sowie eine Veröffentlichung der Partitur, weil er befürchtete, das humoristische Stück könne seinem Ruf als ernsthafter Komponist schaden. Einzig der berühmte Cellosatz „Le Cygne" (Der Schwan) durfte zu seinen Lebzeiten gedruckt und öffentlich gespielt werden. Die vollständige öffentliche Uraufführung sowie die Drucklegung des Gesamtwerks erfolgten erst posthum im Jahr 1922, kurz nach Saint-Saëns' Tod im Dezember 1921.

Die Uraufführung dirigierte der Komponist selbst.

Weitere Uraufführungen unter Camille Saint-Saëns

Ebenfalls 1886 uraufgeführt

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