Möchten Sie benachrichtigt werden, sobald wir online gehen? / Would you like to be notified as soon as we go live?
George Gershwins Orchestermusik ist auf der ganzen Welt Legende: Die Rhapsody in Blue, der "American in Paris" oder das Klavierkonzert stehen regelmäßig auf den Programmen der Klangkörper. Die sinfonische Seite seines Schaffens war Gershwin genauso wichtig wie seine Arbeit für Film oder Broadway – darum gab er seine fünf großen Orchesterstücke auch nicht aus der Hand. Er konzipierte sie selbst, teils über Jahre hinweg. Er übernahm die Orchestrierung selbst, das hatte er bei einem renommierten Privatdozenten jahrelang erlernt. Und schließlich war er mit seinen Konzertstücken erfolgreich.
Doch einige Jahre nach Gershwins frühem Tod verschwanden die Originalfassungen vom Markt. Statt dessen ließ sein Verlag den Herausgeber Frank Campbell-Watson auf die Werke los. Er selbst oder beauftragte Mitarbeiter veränderten die Orchestrierungen teils massiv, in vielen Fällen drehten Sie die musikalischen Anweisungen geradezu um, etwa in der Dynamik. Die Besetzungen wurden an das marktgängigere Standard-Orchester angepasst, auch so gingen gewollte Effekte verloren. So sind die Originalfassungen von Gershwins Hand über die Jahre verschwunden – obwohl sein Bruder Ira die Herausgeber gebeten hatte, es bei den Urfassungen zu belassen. George sei mit seinen eigenen Orchestrierungen immer "sehr befriedigt" gewesen.
B-Note hat die Originalfassungen der fünf von Gershwin selbst orchestrierten Konzertwerke für Orchester nach langer Recherche wieder zusammengetragen und bringt diese in neuen, kritischen Editionen seit 2014 wieder heraus. Bisher erschienen sind die Variations on „I got rhythm“ für Klavier und Orchester, die Cuban Overture und An American in Paris in zwei verschiedenen Urfassungen – eine davon mit rund 100 bisher unbekannten Takten mehr als die heute bekannte Fassung. In Vorbereitung sind die Second Rhapsody und das Concerto in F für Klavier und Orchester. Die Rhapsody in Blue wird in dieser Reihe nicht erscheinen, denn von ihr gab es nie eine von Gershwin orchestrierte Fassung.