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Kat. #BO-6590  ·  B-NOTE

Requiem für Soli, Chor und Orchester

Opus
op.48
Tonart
d-Moll
Entstehung
1877–1893
Dauer
ca. 40:00 min
Erstverlag
Hamelle, Paris, 1901
Orchesterbesetzung
2.0.2.2/4.2.3.0/timp,hp,org,str
Orchester
Großes Orchester
Vokalsolist
Singstimme
Chor
Chor SATB

Gabriel Faurés Requiem op. 48 entstand über einen langen Zeitraum von mehr als anderthalb Jahrzehnten und gehört heute zu den bedeutendsten geistlichen Vokalwerken der französischen Spätromantik. Es steht in der Tradition der großen Messen- und Requiem-Komposition, schlägt dabei jedoch einen unverwechselbar eigenen Ton an: Statt dramatischer Erschütterung und Schrecken des Jüngsten Gerichts dominieren Sanftheit, Trost und eine fast entrückte Innerlichkeit.

Die Klangsprache ist von zarter Harmonik, fließenden Linien und einem subtilen Umgang mit modalen Wendungen geprägt – Charakteristika, die Faurés Stil insgesamt kennzeichnen und ihn zwischen dem späten Romantismus und der frühen französischen Moderne verorten. Die Besetzung mit Harfe, Orgel und Streichern schafft eine Klanglichkeit, die Transparenz und Wärme verbindet und das Werk deutlich von deutschem Spätromantik-Pathos absetzt.

Fauré selbst soll das Werk als Ausdruck einer stillen, fast heiteren Todesbetrachtung verstanden haben – als persönliches Glaubenszeugnis jenseits liturgischer Konvention. Ob er diese Worte tatsächlich so formuliert hat, lässt sich nicht mit Sicherheit belegen; als Charakterisierung jedoch trifft diese Beschreibung den Geist des Werkes mit bemerkenswerter Genauigkeit.

„Alles, was ich an religiösem Illusionismus zusammengebracht habe, ist hier versammelt. Das „Requiem" ist vielleicht nicht wie der Tod ist – vielleicht wie ich den Tod empfinde: als eine glückliche Befreiung, als ein Streben nach dem Glück des Jenseits, anstatt als ein schmerzhaftes Erlebnis.“
— Gabriel Fauré, Brief an seinen Verleger, zitiert nach Jean-Michel Nectoux: „Gabriel Fauré – A Musical Life", Cambridge University Press, 1991
„Es wurde gesagt, mein „Requiem" drücke keine Furcht vor dem Tod aus, und jemand nannte es ein Wiegenlied des Todes. Aber das ist genau so, wie ich den Tod empfinde: als eine freudige Befreiung und nicht als eine schmerzliche Erfahrung.“
— Gabriel Fauré, Interview mit Louis Aguettant, Lyon, 1902; dokumentiert in Jean-Michel Nectoux: „Gabriel Fauré – A Musical Life", Cambridge University Press, 1991
Datum
16. Januar 1888
Ort
Paris, Église de la Madeleine
Dirigent
Gabriel Fauré
Orchester
Orchester und Chor der Église de la Madeleine
Die Uraufführung des „Requiem" op. 48 fand im Rahmen eines Trauergottesdienstes in der Pariser Madeleine-Kirche statt, wo Fauré seit 1877 als Organist und später als Chorleiter wirkte. Das Werk erklang zunächst in einer frühen, kammermusikalisch besetzten Fassung für Solovioline, Solobratsche, Solocello, Kontrabass, Harfe, Orgel, Pauken und Trompeten sowie Chor – ohne die größere Orchestrierung, die erst in späteren Fassungen (1893 und 1900) hinzukam. Fauré selbst berichtete, er habe das Werk „ohne besonderen Anlass" komponiert – „zum Vergnügen, wenn ich so sagen darf". Das Requiem wurde nicht zu Ehren einer bestimmten Person geschrieben, wenngleich der Tod seines Vaters (1885) und seiner Mutter (1887) zeitlich nahe lagen. Die vollständige Fassung mit großem Orchester, die heute meist gespielt wird, stammte aus dem Jahr 1900 und wurde erst posthum als „Originalfassung" missverstanden; die Forschung des 20. Jahrhunderts rekonstruierte die Entstehungsgeschichte der verschiedenen Fassungen schrittweise.

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Hamelle, Paris, 1901
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Hamelle, Paris, 1901
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