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Kat. #BO-6582  ·  B-NOTE

Sinfonie Nr. 1 (Ed. Haas)

Linzer Fassung
Opus
WAB 101
Tonart
c-Moll
Entstehung
1865-91
Dauer
ca. 48:00 min
Orchesterbesetzung
3.2.2.2/4.2.3.0,timp,str
Orchester
Großes Orchester

Anton Bruckners Erste Sinfonie c-Moll entstand in den 1860er Jahren und markiert den eigentlichen Beginn seines sinfonischen Schaffens – jenes Werks, das ihn zu einem der bedeutendsten Vertreter der spätromantischen österreichischen Sinfonik machen sollte. Die Partitur zeigt bereits unverkennbare Züge der Brucknerschen Klangsprache: mächtige Steigerungswellen, orgelpunktartige Bässe und einen unverwechselbaren Sinn für monumentale Architektur.

Im Vergleich zu den späteren Sinfonien wirkt das Werk noch kantiger und drängender, mit rhythmischer Energie und einer gewissen Ungestümheit, die Bruckner selbst – soll es überliefert sein – als sein „keckes Beserl" bezeichnet haben soll. Die Erste steht damit an der Schwelle zwischen der klassisch-romantischen Tradition eines Schubert oder Schumann und dem ausgreifenden sinfonischen Denken, das Bruckner in den folgenden Jahrzehnten weiterentwickeln sollte.

Die hier vorliegende Edition von Robert Haas gilt als Versuch, eine ursprüngliche Textgestalt zu rekonstruieren und orientiert sich an frühen Quellen. Sie ist damit Teil der komplexen Editionsgeschichte, die Bruckners Sinfonien bis heute begleitet, und bietet einen wertvollen Einblick in den Entstehungsprozess dieses folgenreichen Erstlingswerks.

„Die „Erste" ist mein keckes Beserl.“
— Anton Bruckner, mündlich überliefert; dokumentiert in: August Göllerich / Max Auer, „Anton Bruckner. Ein Lebens- und Schaffensbild", Bd. II (Regensburg, 1928)
„Er [Bruckner] bezeichnete sie als das „keckste" seiner Kinder und war auf sie besonders stolz, gerade weil sie trotz ihrer Jugendlichkeit bereits seinen eigenen unverwechselbaren Ton trage.“
— Paraphrase einer mündlichen Äußerung Bruckners, überliefert durch Josef Schalk; zitiert in: Max Auer, „Anton Bruckner. Sein Leben und Werk" (Wien, 1923)
Datum
9. Mai 1868
Ort
Linz, Redoutensaal
Dirigent
Anton Bruckner
Orchester
Linzer Stadtkapelle (Militärkapelle Linz)
Bruckner dirigierte die Uraufführung seiner „Sinfonie Nr. 1 c-Moll" selbst – eines der wenigen Male, dass er als Dirigent eines größeren Orchesterwerks auftrat. Das Werk entstand 1865/66 in Linz und gilt als Bruckners erste vollgültige Sinfonie; er selbst nannte sie später liebevoll „das kecke Beserl" (österreichisch für „das freche Mädel"). Die von Robert Haas edierte Fassung (veröffentlicht 1935 im Rahmen der Gesamtausgabe) basiert auf der sogenannten Linzer Fassung von 1866, also der Originalgestalt des Werkes – im Unterschied zur späteren Wiener Revision von 1891. Die Uraufführung wurde vom Publikum freundlich, von der Kritik jedoch zurückhaltend aufgenommen.

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Musikwissenschaftlicher Verlag, Leipzig, 1935
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Musikwissenschaftlicher Verlag, Leipzig, 1935
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