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Kat. #BO-6650  ·  B-NOTE
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Glinka, Michail

Ouvertüre zu „Ein Leben für den Zaren“

B-Note sagt:„Mit Ein Leben für den Zaren von 1836 schuf Glinka das erste große russische Musikdrama in westeuropäischer Opernform.“
Tonart
g-Moll
Entstehung
1834–1836
Dauer
ca. 8:15 min
Erstverlag
Breitkopf & Härtel
Orchesterbesetzung
2.2.2.2 / 4.2.3.0 / timp, str i
Holzbläser
Flöten2
Oboen2
Klarinetten2
Fagotte2
Blechbläser
Hörner4
Trompeten2
Posaunen3
Tuba0
Außerdem timp Pauken · str Streicher
Orchester
Großes Orchester
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Michail Glinka gilt als Begründer der russischen Nationaloper. Mit „Ein Leben für den Zaren" (1836) schuf er das erste große russische Musikdrama, das konsequent volkstümliche Melodik und slawische Tonsprache mit den Formen der westeuropäischen Operntradition verband. Die Ouvertüre zu diesem Werk steht programmatisch am Anfang einer ganzen Epoche: Sie eröffnet nicht nur die Oper, sondern markiert gleichsam den Beginn einer eigenständigen russischen Kunstmusik.

Klanglich verbindet die Ouvertüre festliche Grandezza mit lyrischer Wärme. Die Streicher tragen melodische Gedanken von breitem, sanglichem Charakter, während Blechbläser und Pauken dem Ganzen Würde und Gewicht verleihen. Die Holzbläser fügen lichte, volksliedartige Farbtöne ein. Die Besetzung mit doppeltem Holzbläserquartett, vier Hörnern, zwei Trompeten und drei Posaunen entspricht dem klassisch-romantischen Standard und erlaubt eine klangvolle, ausgewogene Orchesterwirkung.

Glinkas Musik soll die Zeitgenossen als etwas grundlegend Neues berührt haben – russisch in Geist und Melodie, doch in seiner handwerklichen Meisterschaft dem westlichen Vorbild ebenbürtig. Die Ouvertüre gehört bis heute zu den repräsentativen Werken der frühen russischen Romantik und bietet Orchestern einen gleichermaßen zugänglichen wie klangprächtigen Einstieg in dieses Repertoire.

„Die Hauptidee der Oper … war, nationalen Gesang mit unserem gegenwärtigen Stil der Musik zu verbinden, und der Erfolg, den sie hatte, übertraf all meine Erwartungen.“
— Michail Glinka, „Zapiski" (Memoiren/Autobiographie), entstanden 1854–1855, postum veröffentlicht 1870; zitiert nach der deutschen Ausgabe: Glinka, Memoiren, hrsg. v. Richard Petzoldt, Leipzig 1961
Datum
27. November 1836
Ort
Sankt Petersburg, Kaiserliches Bolschoi-Theater (Kamenny-Theater)
Dirigent
Catterino Cavos
Orchester
Orchester des Kaiserlichen Bolschoi-Theaters Sankt Petersburg
Die Ouvertüre zu „Ein Leben für den Zaren" erklang erstmals als Teil der Gesamturaufführung der gleichnamigen Oper Glinkas am 27. November 1836 (nach julianischem Kalender; 9. Dezember 1836 nach gregorianischem Kalender). Die Oper gilt als erste bedeutende russischsprachige Oper im westeuropäischen Stil und begründete die Tradition der russischen Nationaloper. Bemerkenswert ist, dass der Dirigent der Uraufführung, Catterino Cavos, selbst einige Jahre zuvor eine eigene Oper über denselben Stoff (den Bauernhelden Iwan Sussanin) komponiert hatte und diese zugunsten von Glinkas Werk zurückzog – ein außergewöhnlicher Akt kollegialer Großzügigkeit. Zar Nikolaus I. wohnte der Uraufführung bei und soll den Titel „Ein Leben für den Zaren" persönlich vorgeschlagen haben; Glinka hatte das Werk ursprünglich „Iwan Sussanin" nennen wollen, unter welchem Titel es in der Sowjetzeit auch aufgeführt wurde.

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