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Die Polowetzer Tänze gehören zu den farbigsten und bekanntesten Seiten des russischen Musiktheaters des 19. Jahrhunderts. Sie entstammen der Oper „Prinz Igor“, an der Alexander Borodin – Chemiker von Beruf und Komponist aus Leidenschaft – über fast zwei Jahrzehnte arbeitete und die er bis zu seinem Tod 1887 unvollendet hinterließ. Als Mitglied des „Mächtigen Häufleins“, jener einflussreichen Petersburger Komponistengruppe um Balakirew, teilte Borodin das Bestreben, eine genuin russische Musiksprache zu entwickeln, die sich von der westeuropäischen Tradition emanzipierte.
In den Polowetzer Tänzen entfaltet Borodin eine sinnliche, von orientalischen Klangfarben durchdrungene Orchesterwelt. Exotische Modalität, mitreißende Rhythmik und eine leuchtende Instrumentation verbinden sich zu einem Satz von unmittelbarer Wirkungskraft. Das Orchester – mit umfangreichem Schlagwerk und vollständigen Bläsern besetzt – erzeugt eine farbenreiche, dynamisch weitgespannte Klanglichkeit, die zwischen flirrend-zartem Pianissimo und elementarer rhythmischer Wucht changiert.
Die Tänze werden heute weit häufiger im Konzertsaal als im Opernhaus aufgeführt und gelten als eines der meistgespielten Orchesterstücke der russischen Romantik – ein Werk, das seinen Zauber bis heute kaum verloren hat.
| Artikel-Nr. | Bezeichnung | Preis (inkl. 7% MwSt.) | |
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